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Donnerstag, 17. August 2017

Kraftklub • Husum, Speicher • 21.07.2017

Darf ich vorstellen? Meine bessere Kraftklub-Hälfte.
Wie könnte ich die Rubrik Konzerte feierlicher eröffnen, als mit einem Konzertbericht von der Band mit dem K? In den letzten vier Jahren habe ich keine Band öfter gesehen als den Klub. Dabei hätten die Konzerte nicht unterschiedlicher sein können: Von Open-Air-Shows vor mehreren Zehntausend Leuten bis hin zu Läden, in denen der Schweiß von der Decke tropfte, im strömenden Regen und bei sengender Hitze, mal in fremden Ländern und mal ganz in der Nähe.


Vor zwei Wochen war es dann ganz spontan mal wieder Zeit für eine Show in einem schwitzigen Klub:
Ich saß Dienstag vormittags im Büro, als mein Handy Alarm schlug und die Lieblingsband spontan ein kleines Konzert als Warmup für den am Tag darauf stattfindenen Deichbrand Gig anberaumte. Husum. Das kommt mir doch bekannt vor? War ich da nicht Mal im Urlaub? Ja. Da war was. Eine kurze Recherche bestätigte die Befürchtung: Nordfriesland.

Originalzitat um ca. 12 Uhr :
"Die haben doch den Arsch offen, ich fahre niemals an die Nordsee hoch". 
Zwei Stunden später hatte ich dann mein Ticket und überlegte fleißig, wie ich das in meinen Terminkalender gedrückt kriege. Wie immer galt hier die Devise, was nicht passt, wird halt passend gemacht.

Freitagmorgens um 6 fuhren wir also gen Norden, der Autobahngott war uns zum Glück gnädig gesinnt und mit dem richtigen Gesprächsstoff ist sowieso jede Autofahrt angenehm.
Ein paar Stunden später saßen wir dann bei strahlendem Sonnenschein zwischen Touristen im Husumer Hafen, wo der Speicher, eine schon von außen super schöne Location, gelegen ist.

Als die Türen aufgehen, musste ich mir das Lachen dann kurz verkneifen: mich erwartete die offensichtlich kleinste Kraftklub Show, die ich je gesehen habe. Ich vermute, manch reicher Mensch hat zu Hause ein größeres Wohnzimmer.
Vor der 30cm hohen "Bühne", wenn man das überhaupt schon so nennen darf, keine Wellenbrecher. Die erste Reihe? Umfasste sagenhafte sieben Plätze.

Wir SITZEN übrigens vor der Bühne.
Fanherz, was willst du mehr? Die Voraussetzungen für einen denkwürdigen Abend waren geschaffen.

Vom Setopener "Band mit dem K" an flogen wir kreuz und quer auf der Bühne rum, knallten mit den Schienbeinen gegen die Kante, stützten uns verzweifelt an die Frontboxen. Nach den ersten drei Songs waren wir nasser als im Freibad und sahen aus wie begossene Pudel.

Love für Marvin für das Bild - mein Handy lag nämlich unter der Bühne.
Was für den ein oder anderen unter euch jetzt nach Alptraum klingt, war für mich eins der schönsten Konzerte, die ich je erleben durfte. Von Anfang an war die Stimmung im kleinen Speicher am Kochen, die Leute waren voll dabei und der Band merkte man die Spielfreude zu 100% an.

Das sind die Momente, in denen mir das Herz aufgeht und ich ganz genau weiß, warum ich 700km an die Nordsee fahre für diese Band. Die Show im Speicher (dessen Crew man hier unbedingt löblich erwähnen sollte) war sowas wie die Kirsche auf der Sahnehaube eines Sommers, der nur so von Highlights geprägt war.

Ich weiß, dass solche Abende in kleiner Runde in nächster Zeit eher spärlich gesäht sein werden, aber nur um es gesagt zu haben:
Jederzeit wieder, lieber Kraftklub!

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