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Donnerstag, 19. Oktober 2017

Kraftklub • KNFN Tour • Conrad Sohm, Dornbirn • 18.10.2017

Österreich die Zweite: von Salzburg ging es für uns in das ländliche Dornbirn. Knapp vier Stunden zeigte uns das Navi an, als wir nach dem Konzert in Salzburg die Reise antraten. Wie immer wollten wir den Großteil der Strecke bereits in der Nacht zurücklegen, um dem nervigen Berufsverkehr zu entgehen und die Gewissheit zu haben, dass uns kein Stau davon abhält, die Ersten vor der Halle zu sein. Wie so oft sollte sich diese Angst als unbegründet herausstellen.


Die größte Baustelle der Welt: die A8.

Was sich auf der Hinfahrt schon ab München andeutete, gipfelte in einem großen Fiasko. Kurz gesagt, die Autobahn war überraschend vollgesperrt, wir standen im bayerischen Outback irgendwo bei Rosenheim und weder unsere Handys, noch das Navi wussten Rat. Somit sind wir, in unserem durchaus erschöpften Zustand, planlos 1,5 Stunden im Kreis gefahren, ehe wir es irgendwann fertig gebracht haben, wieder eine offene Zufahrt zu finden. Ähnlich konfus waren Anweisungen wie "Halten Sie sich links!" mit denen scharfe Kurven gemeint waren und wir natürlich ständig Abfahrten verpasst haben. Da wir uns immer Stress machen, dass wir zu spät an der Location ankommen könnten, haben wir also versucht, noch ein paar Kilometer zu fahren, bevor wir uns ein bisschen aufs Ohr hauen. Die verlorene Zeit muss ja irgendwie wieder reingeholt werden, dementsprechend haben wir uns bei Chips und Eistee weiter die Nacht um die Ohren geschlagen. Nach einem kurzen Exkurs durch die Münchener Innenstadt, der vermutlich der Tatsache geschuldet war, dass wir zu geizig für eine Vignette waren und daher Mautstrecken vermieden, lief es dann aber endlich ganz okay. Irgendwann um halb vier haben wir dann die Sitze umgelegt und fielen ins Koma.

Bergromantik in Dornbirn

Wie bereits erwähnt, gewillt früh vor Ort zu sein, fuhren wir nach vier Stündchen Schlaf bereits weiter und waren dann zunächst etwas verwirrt, dass uns das Navi Richtung Berge schickte. Das Conrad Sohm lauerte, zwischen Wald und kleinen Bächen versteckt, ganz unscheinbar und es war außer uns und dem Tourbus natürlich kein Mensch da. Schnell war klar, dass wir die Situation ausnutzen und im Auto, was direkt vorm Einlass stand, noch ein bisschen das Schlafdefizit ausgleichen.

So gingen die Stunden dahin, immer noch unter uns, genossen wir die Sonne und erkundeten ein bisschen die nähere Umgebung. Unfassbar tolle Gegend, auch wenn das Conrad Sohm eher den Anschein erweckte, dass es die Kulisse für einen echt schlechten Horrorfilm darstellt. Mit Pizza und Schlafsäcken starteten wir dann, noch immer allein, in den Nachmittag in unseren Autos. So könnte das Warten auf den Einlass doch immer sein! Entspannung pur in einer schönen Umgebung.

Der Moment, wenn dein Ticket nicht funktioniert

Eine gute Stunde vor Einlass fand dann auch das österreichische Publikum den Weg zum Conrad Sohm. Weil es so abseits liegt und nur sehr wenig Parkkapazitäten vorhanden sind, kamen viele mit Taxis oder dem hauseigenen Shuttleservice aus dem Ort angereist. Auch das ist etwas, was man nicht alle Tage sieht.

Für Dornbirn hatte ich ein Online-Ticket von oeticket, weil in der Nacht des Ticketverkaufs Krasserstoff bekanntlich down war und ich Angst hatte, dass Dornbirn bereits ausverkauft ist, wenn die Server wieder stabil laufen. Natürlich war das Ticket dann beim Einlass nicht scannbar und ich durfte erstmal rumstehen, während neben mir sämtliche Leute in den Club strömten. Bei jedem anderen Einlass hätte ich vermutlich eine Szene gemacht, aber wir waren genug Leute, so dass ich mir sicher sein konnte, dass mein Stammplätzchen in der ersten Reihe freigehalten wird. Letztenendes wurde mein Ticket nicht mal mehr gescannt, da der Security mit dem Scanner weglief & als er nach Minuten nicht zurückkam, mich ein anderer einfach reinschickte. Funfact, ich habe jetzt auch kein Ticket mehr, weil er das auch einfach mitnahm. Whatever.

Denn in Dornbirn sind 44 Grad!

 

Bad in der Menge.

Der Soundcheck am Nachmittag hat es ja schon ein bisschen angeteast: die Setlist war, wie bereits vermutet, deutlich umstrukturiert im Vergleich zu Salzburg. Ich habe hier ja verhalten angedeutet, dass wir nur so semi begeistert von der Songauswahl zum Tourstart waren und die Show noch ein ganz klein bisschen unrund daher kam. Was uns dann gestern erwartete war allerdings das krasse Gegenteil. Obwohl an und für sich garnicht so viel geändert wurde, war es von der Dynamik der Setlist her ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Stimmung war bereits durch den anderen Opener von Anfang an am Sieden und den Unterschied zum Vortag möchte ich nicht alleine dem Publikum zuschreiben. Wir Tourer waren uns zumindest alle einig, dass man sich an diese Setlist gewöhnen könnte. Es wurde an den richtigen Stellen geschraubt und das hatte zur Folge, dass der Abend im Conrad Sohm einschlug wie eine Bombe.

Herz <3

Schon nach ein paar Songs war uns klar, dass der Abend in eine eindeutige Richtung geht. Spätestens beim Cover einer großen deutschen Punkband (Tipp: sie tragen einen Umlaut im Namen) gab es kein Halten mehr. Sandra verließ sogar ihren Platz in der ersten Reihe für den obligatorischen Crowdsurf zum Cover, Inga und ich taten ihr das später gleich. Herrlich, diese kleinen Locations, bei denen sich ein kurzes Bad in der Menge inklusive Crowdsurf und die erste Reihe kombinieren lassen. Nach unseren Surfs sind wir nämlich, dank netten Menschen hinter uns, wieder auf unsere Plätze in Reihe 1 zurückgekehrt.

Schweißgebadet und glücklich waren wir uns nach der Show alle einig, dass Dornbirn definitiv eines der Highlights der Tour markieren wird. Ich gehe mittlerweile sogar so weit und sage, dass Dornbirn (auch in Kombi mit dem schönen Tag) auf dieser Tour nicht mehr getoppt wird, aber ich lasse mich selbstverständlich sehr gerne eines Besseren belehren. Die Latte liegt auf jeden Fall hoch!

Ausblick: es wird groß!

Jetzt ist heute also der erste Offday dieser Tour. Für alle, die dem Musikgebaren eher fern sind: das sind die Tage zwischen den Konzerten, die man zur Rehabilitation nutzt. Nach dem Konzert gestern sind wir noch knapp 45 Minuten zu einer Freundin von Inga gefahren, die uns in der Nähe vom Bodensee bei sich aufgenommen hat. Wie sehr man die kleinen Dinge im Leben, wie eine Dusche oder ein richtiges Bett, wieder zu schätzen lernt, merkt man bereits nach nur 2,5 Tagen unterwegs. Die Erholung am Bodensee kommt auf jeden Fall zum richtigen Zeitpunkt, denn morgen geht es mit Kempten in die erste große Halle der Tour. Das wird sicher nochmal ein kleiner Tourstart für sich, mit der großen Show und sicherlich dem ein oder anderen neuen Showelement. Von der neuen Situation am Einlass will ich garnicht anfangen. Es bleibt also spannend!

1 Kommentar :

  1. Toller Blog, weiterso und viel Spass noch auf Tour.
    Bekommt ihr eigentlich morgens frischen Kaffee aus dem Tourbus gereicht?
    Nach so einer Nacht im Auto würde das doch etwas entschädigen...

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